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Pionierarbeit: Georg Nees

Diese Seite ist dem Computerkunst-Pionier Georg Nees gewidmet.


Es war der Mathematiker Georg Nees (1926-2016), der im Februar 1965, angeregt von Max Bense, erstmals Computergrafiken mit künstlerischem Anspruch ausstellte (mehr hier).
»Pionierarbeit: Georg Nees« zeigt einige seiner computergenerierten Arbeiten aus den Jahren 1965 bis 1970.

 Pionierarbeit #1      Plastik 1

Der Druck zeigt eine dreidimensionale Holzskulptur, die mit einer über Lochstreifen programmgesteuerten Fräsmaschine hergestellt wurde.


Druck: Plastik 1 von Georg Nees 0
Georg Nees:
Plastik 1
Offset-Lithographie nach Fotografie einer Plastik, 1970

Idee und Programm: Georg Nees
Plastik generiert zwischen 1965 und 1968 mit Siemens 2002 und 4004,
Programmiert mit EXAP-1 für eine Sinumerik Fräsmaschine

Publiziert in: Georg Nees: Generative Computergraphik, 1969.


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 Pionierarbeit #2      Plastik 2

Der Druck zeigt ebenfalls eine Plastik. Wie zuvor wurde zunächst ein Programm in der Sprache EXAP-1 verfasst, dann vom Computer auf Lochstreifen übertragen, die schließlich eine Fräsmaschine steuerten.


Druck: Plastik 2 von Georg Nees 0
Georg Nees:
Plastik 2
Offset-Lithographie nach Fotografie einer Plastik, 1970

Idee und Programm: Georg Nees
Plastik generiert um 1968 mit Siemens System 4004,
Programmiert mit EXAP-1 für eine Sinumerik Fräsmaschine

Publiziert in: Georg Nees: Generative Computergraphik, 1969.


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 Pionierarbeit #3      ohne Titel

Der Druck zeigt eine mit Farbstiften gezeichnete Grafik ohne Titel.


Druck 3, Georg Nees 0
Georg Nees:
ohne Titel
Offset-Lithographie nach Maschinenzeichnung, 1970

Idee und Programm: Georg Nees
Generiert: wahrscheinlich mit Siemens-System 4004
Publiziert in Ex Machina Katalog (Nr. 351)



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 Pionierarbeit #4      Flur (Korridor)

Die Grafik Flur (Korridor) zeigt Texturen und Figuren in perspektivischer Darstellung. In ihrer Entstehungszeit ließ die Grafik die künftigen Einsatzmöglichkeiten des Computers in Architekturdarstellungen erahnen.


Flur (Korridor), Hall (Corridor), Georg Nees 0
Georg Nees:
Flur (Korridor)
Offset-Lithographie nach Maschinenzeichnung, 1970

Idee und Programm: Georg Nees
Generiert: zwischen 1965 und 1968 mit Siemens 2002
Programmiert mit ALGOL, gezeichnet mit ZUSE-Graphomat Z64
Publiziert in: Georg Nees: Generative Computergraphik, 1969.



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 Pionierarbeit #5      Kugel in der Kugel

Ebenfalls eine räumliche Darstellung ist das Kugelmotiv, das in einfacherer Form auch im Buch »Generative Computergraphik« gezeigt wurde. Die Computergrafik »Kugel in der Kugel« nahm an der Ausstellung »Computer-Kunst - On the Eve of Tomorrow« Ende 1969 in Hannover teil.


Kugel in der Kugel / Sphere in a Sphere, Georg Nees 0
Georg Nees:
Kugel in der Kugel
Offset-Lithographie nach Maschinenzeichnung, 1970

Idee und Programm: Georg Nees
Generiert: um 1969 mit Siemens 2002 (lt. Nees), Programmiert mit ALGOL, gezeichnet mit ZUSE-Graphomat
Publiziert in: Ex Machina catalogue (349, Motiv in Farbe)



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 Pionierarbeit #6      ohne Titel (Falterschwarm)

Die Bilder der Serie »Falterschwarm« wurden durch Einsatz eines Zufallsgenerators erzeugt. Die unterschiedlichen Formen der »Falter«, die den Schwarm bilden, nennt Nees ein »graphisches Alphabet«, das »Alphabet der Falterfiguren«, das durch Programmparameter definiert wird.


Schwarm/Swarm, Georg Nees 0
Georg Nees:
Ohne Titel (Falterschwarm)
Offset-Lithographie nach Maschinenzeichnung, 1970

Idee und Programm: Georg Nees
Generiert: wahrscheinlich mit Siemens System 4004,
Ähnliche Motive aus der Schwarm-Serie publiziert in: Georg Nees: Generative Computergraphik, 1969



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 Pionierarbeit #7      ohne Titel

Die Grafik zeigt eine Textur, die unter dem Einsatz des Zufallsgenerators durch eine Überlappung von Einzelfiguren entsteht. In seinen Texturen für »Generative Computergraphik« ahmt er mit Zufallsgeneratoren Korrosionsprozesse innerhalb der generativen Graphik nach, denn nur »Verwitterung schafft Texturen«.


Computer-Grafik, Georg Nees 0
Georg Nees:
ohne Titel
Offset-Lithographie nach Maschinenzeichnung, 1970

Idee und Programm: Georg Nees
Generiert: wahrscheinlich mit einem Siemens System 4004,
Publiziert im Ex Machina Katalog (Nr. 351, Inv. Nr. 2006/41e)



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 Pionierarbeit #8      ohne Titel

Diese Grafik zeigt ein von Nees entwickeltes Ornament, mit dem später der Einsatz des Computers in Textildesign und Industrie geworben wurde.


Computer-Grafik, Georg Nees 0
Georg Nees:
ohne Titel
Offset-Lithographie nach Maschinenzeichnung, 1970

Idee und Programm: Georg Nees
Generiert: wahrscheinlich mit einem Siemens System 4004,
Ein ähnliches Motiv dieser Serie ist im Ex Machina Katalog zu sehen.



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 Pionierarbeit #9      ohne Titel (Flächenornament)

Die computergenerierte Grafik zeigt ein Flächenornament. Das Ornament entsteht durch periodisch initiierte Zufallsgeneratoren, die zu einer schachbrettartigen Struktur des Flächenornaments führen.


Flächenornament/Surface Ornament, Georg Nees 0
Georg Nees: Ohne Titel (Flächenornament)
Offset-Lithographie nach Maschinenzeichnung, 1970

Idee und Programm: Georg Nees
Generiert: wahrscheinlich mit einem Siemens System 4004
Ein ähnliches Motiv dieser Serie ist in Georg Nees´ Generative Computergraphik publiziert.



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 Pionierarbeit #10      ohne Titel (der Palast des Midas)

Ebenfalls eine Textur ist diese Grafik, die in verschiedenen Versionen bekannt ist. Ihr Motiv erinnert an die Bodentexturen antiker Bauten.


Computer-Grafik, Georg Nees 0
Georg Nees:
Ohne Titel (Motiv ist ein gedrehter Ausschnitt aus Palast des Midas)
Offset-Lithographie nach Maschinenzeichnung, 1970

Idee und Programm: Georg Nees
Generiert: zwischen 1965 and 1968 mit Siemens 2002
Programmiert mit ALGOL, gezeichnet mit ZUSE-Graphomat
Publiziert im Ex Machina Katalog (umfassenderes Motiv in Rot)



Unter dem Titel Palast des Midas veröffentlichte Nees diese Grafik:


Computer-Grafik Ohne Titel (Palast des Midas) / Untitled (The Palace of Midas)
, Georg Nees 0
Georg Nees:
Ohne Titel (Palast des Midas)
Siebdruck nach Maschinenzeichnung, um 1970

Idee und Programm: Georg Nees
Generiert: zwischen 1965 und 1968 mit Siemens 2002 (Siemens 4004, laut Bez. im Druck)
Programmiert mit ALGOL, gezeichnet mit ZUSE-Graphomat
Publiziert im Ex Machina Katalog (Motiv in Rot)



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 Pionierarbeit #11      Kubo-Oktaeder


Mehr zu dieser in Zusammenarbeit mit Ludwig Rase entstandenen Grafik auf der Seite Kubo-Oktaeder.


rase-nees_kubo-oktaeder 0
Ludwig Rase, Georg Nees:
Kubo-Oktaeder
Siebdruck zur Ausstellung »computer art« Kunsthalle Hamburg 1972/73

Siebdruck nach Plotterzeichnung, 1972

Idee: Georg Nees, Ludwig Rase
Programm: Georg Nees
Generiert 1968-1970 (lt. Katalog »Ex Machina«), vermutlich in München
Programmiert in ALGOL für
Siemens 4004 (laut Bez. im Druck),
gezeichnet mit ZUSE-Graphomat Z64




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 Pionierarbeit #12      Signal Ellipse

Diese Grafik zeigt Nees als abschließende Darstellung in seinem Buch »Generative Computergraphik«. Er beschreibt sie als Modellfall, der die Gliederung des von einem Perzipienten (Informationsempfänger) wahrgenommenen Informationsfeldes in ein Innen- und Außengebiet bzw. einen passiven Hintergrund und einen aktiven Vordergrund demonstriert.


Computer-Grafik, Georg Nees 0
Georg Nees:
Signal Ellipse
Zeichnung ZUSE Graphomat Z 90, um 1970

Idee und Programm: Georg Nees
Generiert: 1969
Programmiert in ALGOL für
Siemens System 2002

Literatur:
Georg Nees: Generative Computergraphik - Bild 52, Seite 288
Ex Machina Katalog, Seite 439



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 Pionierarbeit #13      Art Ex Machina

Diese farbige Grafik schuf Nees für die 1972 erschienene Mappe Art Ex Machina.




Georg Nees 0
Georg Nees: ohne Titel
Portfolio-Beitrag »Art ex machina«





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 Die Großrechner


Nees programmierte seine frühen Grafiken auf Siemens-Systemen und arbeitete außerdem als Programmierer für Siemens, etwa an Architektur-Projekten. Der Siemens 2002 (Wikipedia-Link) war von 1959 bis 1966 auf dem Markt. Wie das Computermuseum München in seinem Beitrag zur Siemens Hardware-Entwicklung schreibt, war das System i.d.R. noch viele Jahre länger in Gebrauch. Zum System Siemens 4004 ist dort zu lesen, dass es aus der 1964 beginnenden Kooperation mit der Radio Corporation of America (RCA) hervorging. Die RCA hatte Rechenanlagen entwickelt, die Siemens in Deutschland dann unter der Bezeichnung SIEMENS 4004 auf den Markt brachte, ab 1968 produzierte Siemens den Rechner 4004/45 selbst.


Siemens Mitteilungen 0
Die Plastik 1 von Georg Nees auf dem Titelbild der Siemens Mitteilungen, Dezember 1969.


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 Zur Person

Georg Nees
Geb. 1926 in Nürnberg, Studium der Mathematik, der Physik und der Philosophie in Erlangen und in Stuttgart. Als Student bei Max Bense erste Ausstellung von Computerkunst in Stuttgart. 1969 (Ph.D.) Doktorarbeit »Generative Computergraphik« bei Max Bense. Zusammenarbeit mit Ludwig Rase von 1969 bis 1973. Nees zählt zu den Pionieren der Computerkunst, seine Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt. Lebt in Erlangen.

Tipp: Georg Nees im ZKM und im Interview mit anderen Pionieren (You Tube-Links).
Bei Wikipedia: Georg Nees


Viele der oben gezeigten »Pionierarbeiten« wurden in Ausstellungen zum Thema Computerkunst gezeigt, unter anderem in:
»computer art. nees rase.«, Hamburger Kunsthalle, 29.9.1972 - 14.1.1973
Georg Nees – Die große Versuchung. Frühe generative Computergrafiken. ZKM Karlsruhe, 2006 - Georg Nees – The Great Temptation. Early generative computer graphics.
»Ex Machina – Frühe Computergrafik bis 1979« Kunsthalle Bremen, 2007
»bit international. [Nove] tendencije. Computer und visuelle Forschung Zagreb 1961 - 1973« Neue Galerie Graz am Landesmuseum Joanneum, 2007
»bit international« ZKM Karlsruhe, 2008 - 2009

Literaturhinweise, u.a.:
Generative Computergraphik. Georg Nees (1969)
Computer-Grafik Galerie. Herbert W. Franke (1984)
Ex Machina – Frühe Computergrafik bis 1979. Hrsg. Wulf Herzogenrath und Barbara Nierhoff-Wielk (2007)
A Little-Known Story about a Movement, a Magazine and the Computer´s Arrival in Art: New Tendencies and Bit International. Hrsg. Margit Rosen (2011)
Computergraphik - Computerkunst. Herbert W. Franke (1985)
siehe auch Links & Literatur
Alle Angaben zu den gezeigten Drucken, wie Drucktechnik, Entstehungszeit usw. wurden sorgfältig recherchiert, dennoch kann keine Gewähr für die Angaben übernommen werden.

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